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Stiftung Polytechnische Gesellschaft würdigt herausragendes bürgerschaftliches Engagement

Mit einer feierlichen Zeremonie im Kaisersaal des Römers wurden am Samstag, dem 29. März 2025, 18 herausragende Frankfurter Ehrenamtliche in die zehnte Generation der Bürger-Akademie aufgenommen. Die Bürger-Akademie ist das Ehrenamtsstipendium der Stiftung Polytechnische Gesellschaft und wurde in Kooperation mit 24 Frankfurter Ehrenamtsorganisationen initiiert. Es bietet seinen Stipendiatinnen und Stipendiaten Anerkennung, Fortbildung und gezielte Vernetzung für ihr bürgerschaftliches Engagement, und stärkt sie gerade in Zeiten, in denen auch zivilgesellschaftliches Engagement unter Druck gerät.

Rund 200 Gäste nahmen an der Veranstaltung teil, zu der Oberbürgermeister Mike Josef aus Anlass des zehnten Jubiläums der Bürger-Akademie eingeladen hatte. In diesem feierlichen Rahmen wurden die 20 Teilnehmenden der ablaufenden neunten Generation offiziell in die Alumni-Familie der Stiftung aufgenommen.

Gleichzeitig begrüßte die Bürger-Akademie 18 neue Stipendiatinnen und Stipendiaten in ihrer zehnten Generation. Eröffnet wurde die Veranstaltung von Tina Zapf-Rodríguez, Dezernentin für Klima, Umwelt und Frauen, die mit einem Redebeitrag auf die gesellschaftliche Bedeutung des bürgerschaftlichen Engagements einging.

Ein besonderer Moment der Veranstaltung war der musikalische Beitrag der neunten Generation: In Form eines Chores trugen die Stipendiatinnen und Stipendiaten ihre selbstverfasste „Ode an die Stiftung“ vor – angelehnt an Friedrich Schillers „Ode an die Freude“. Die bewusst klassische Anmutung des Liedes stand für die Werte von Aufklärung, Gemeinschaft und Engagement, die auch das Programm der Bürger-Akademie prägen.

Die Stipendiatinnen und Stipendiaten der neuen Generation bringen ganz unterschiedliche berufliche und biografische Hintergründe mit: vom Studierenden über die Berufstätige bis zum Ruheständler. Sie sind in vielfältigen Bereichen des freiwilligen Engagements aktiv: von Nachbarschafts- und Jugendarbeit über Förderung der psychischen Gesundheit, Bildung, Integration bis hin zum Katastrophenschutz. Diese Breite bildet die Vielfalt der Frankfurter Stadtgesellschaft ebenso ab wie das große Spektrum des bürgerschaftlichen Engagements vor Ort.

Im Verlauf des Akademiejahres nehmen die Teilnehmenden an einem breit gefächerten Bildungsprogramm teil. Dazu gehören unter anderem Seminare zu Themen wie Projektmanagement, Kommunikation, Teamführung und aktuelle Fragen und Ansprüche des Engagements. Ergänzt wird das Curriculum durch Begegnungen mit Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens sowie intensives Netzwerken untereinander. Ein inhaltlicher Schwerpunkt der diesjährigen Generation liegt zudem auf dem Thema „Demokratie im Engagementalltag“: Angesichts aktueller gesellschaftlicher Entwicklungen reflektieren die Stipendiatinnen und Stipendiaten, wie ehrenamtliches Handeln dazu beitragen kann, demokratische Werte zu stärken und Räume für Begegnung, Zusammenhalt und Teilhabe zu schaffen.

„Gerade in Zeiten gesellschaftlicher Polarisierung ist es ermutigend zu sehen, dass Menschen zusammenkommen, um das Gute zu gestalten – mit Empathie, Mut und Verantwortungsbewusstsein. Die Bürger-Akademie steht für dieses Miteinander und stärkt das Fundament des zivilgesellschaftlichen Engagements in Frankfurt“, sagte Prof. Frank E.P. Dievernich, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Polytechnische Gesellschaft, in seiner Rede.

„Bürgerschaftliches Engagement ist der Schlüssel, um Demokratie und gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken. Wenn sich Menschen aktiv einbringen, wächst das Vertrauen in die öffentliche Hand. Dazu braucht es transparente Politik, soziale Gerechtigkeit und den Erhalt wichtiger Infrastrukturen. Solidarität im Alltag und der Einsatz für gemeinsame Werte sind essenziell, um Spaltung und Misstrauen entgegenzuwirken“, betonte Zapf-Rodríguez.

„Das Bedürfnis, in der Gesellschaft wirksam zu sein, ist ungebrochen, doch die Bedingungen haben sich verändert. Die Bürger-Akademie hat darauf reagiert: Mit mehr Raum für Austausch, individueller Begleitung und einem vertieften Blick auf das eigene Selbstverständnis im Engagement. Wir stärken nicht nur Kompetenzen, sondern auch Resilienz – und damit die Kraft, in einer komplexen Welt handlungsfähig zu bleiben“, ergänzte Konrad Dorenkamp, Bereichsleiter Bildung für zivilgesellschaftliches Engagement und Nachhaltigkeit der Stiftung Polytechnische Gesellschaft. (Quelle: Stadt Frankfurt am Main)

Eva Demski mit dem Stoltze-Preis der Stiftung der Frankfurter Sparkasse und der Stiftung Giersch ausgezeichnet

Die Schriftstellerin und Journalistin Eva Demski ist am Donnerstag, 21. November, im Kaisersaal des Römers mit dem Stoltze-Preis 2024 ausgezeichnet worden. Die Stiftung der Frankfurter Sparkasse und die Stiftung Giersch vergeben die mit 5000 Euro und einer Stoltze-Büste verbundene Auszeichnung seit 2018 alle zwei Jahre gemeinsam an eine Persönlichkeit, die sich in der Tradition Friedrich Stoltzes durch ihr besonderes kulturelles, soziales oder gesellschaftliches Engagement für Frankfurt und die Rhein-Main-Region hervorgetan hat.

Kulturdezernentin Ina Hartwig würdigte Demski mit den Worten: „Eva Demski, die wir heute mit dem Friedrich-Stoltze-Preis 2024 auszeichnen, ist weder eine lupenreine Satirikerin noch eine blütenreine Lokalpatriotin. Aber vielleicht ist sie von all dem doch ein bisschen; Freidenkerin und Zeitgeistverzweifelte ohnehin, große Stilistin sowieso, und gerade in dieser Melange die ideale Wahl für diesen Preis.“

Ingo Wiedemeier, Vorsitzender des Vorstandes der Frankfurter Sparkasse und stellvertretender Vorsitzender der Stiftung der Frankfurter Sparkasse, stellte in seinem Grußwort im Namen beider Stiftungen die klare politische und gesellschaftskritische Haltung sowie den Humor der Preisträgerin heraus. „Ihre Themen und ihre ambivalente Haltung zu Frankfurt verbindet sie mit dem Frankfurter Lokalpoeten Friedrich Stoltze, der zwar die vielzitierten Verse ‚Es is kaa Stadt uff der weite Welt, die so merr wie mei Frankfort gefällt‘ geschrieben hat, sich aber trotzdem oder gerade deshalb nicht scheute, der Stadtpolitik und dem lokalen Kleingeist kritisch den Spiegel vorzuhalten“, betonte Wiedemeier. Er hoffe, Demski bleibe dem „Weltkaff“ Frankfurt, wie sie es einmal nannte, noch lange erhalten.

Ergänzt wurde die Preisverleihung von einer kleinen „Koffer“-Ausstellung, die Laudator Dr. h.c. Wolfgang Schopf vom Literaturarchiv der Goethe-Universität in Anlehnung an Demskis autobiografisches Buch „Den Koffer trage ich selber“ zusammengestellt hatte.

Eva Demski ist nach dem Cartoonisten Hans Traxler und den Theaterkünstlern Michael Quast und Michael Herl die erste Frau in der neueren Reihe der Stoltze-Preisträger, seit die Stiftung der Frankfurter Sparkasse und die Stiftung Giersch den Stoltze-Preis von den Freunden Frankfurts übernommen haben.