
Montagmittag in der kleinen, unbedeutenden Straße im Westen von Frankfurt am Main. Gegenüber der Aufnahme am frühen Morgen hat sich wenig geändert: Es gibt mehr Spuren im Schnee. Wird geräumt?
Weiß ist heute Vormittag die vorherrschende Farbe, wenn man zum Fenster hinausschaut. Und das in Zeiten, in denen kaum noch jemand die Segnungen der Industrie zu würdigen weiß. Nichteinmal im Westen von Frankfurt am Main, wo einst rote Fahrräder das Bild beherrschten. Selbst ein promovierter Betriebsleiter nutzte das Fahrrad, um von Unterliederbach her zum Tor Nord und weiter zum Flüssigdünger zu gelangen.
Die Industrie bescherte den westlichen Stadtteilen auch ein frühes beheiztes Freibad, das Silobad. Natürlich waren auch ungesunde Gase und Stäube das gefährliche Ergebnis mancher Produktion. Meist waren sie allerdings dem nur nach dem Profit orientierten Handeln der Akteure geschuldet.
Ach ja, im vergangenen Jahrhundert erzählte ich den Leute gerne, dass sie sich an Tagen wie heute die Schneeflocken unter dem Vergrößerungsglas anschauen sollten, sie hätten die Form des Hoechst-Logos.
Mehr oder weniger geschmackvolle Weihnachtsbeleuchtungen in Fenstern und auf Balkonen, eine einsame elektrische Eisenbahn im Fenster einer Apotheke und viele Karies fördernde Auslagen in den Lebensmittelgeschäften scheinen alles Weihnachtliche im Frankfurter Stadtteil Unterliederbach zu sein. Aber halt, nur wenige Meter von der Königsteiner Straße entfernt finden Suchende ein weihnachtlich geschmücktes Schaufenster eines Blumengeschätes. Tritt man näher, stellt man fest, dass der ganze Laden geschmückt ist.
Musikalisch gibt es auch nichts Neues aus dem Stadtteil, was es im Zusammenhang mit Weihnachten zu vermelden gibt. Nach den beiden Kompositionen „Es ist uns ein Kindlein gebor’n” und „Die Welt erstrahlt so anders” von Andreas von Gunthen ist in den letzten beiden Jahrzehnten nichts mehr an meine Ohren geraten. Andreas von Gunthen? Den findet man auf YouTube.
Noch einen letzten Blick auf den heutigen Morgen. Puderzucker hatte alles weiß überzogen. Und das pünktlich zum 1. Dezember und zum 1. Advent!
Pünktlich zum 1. Advent war es frühmorgens schon recht hell vor dem Fenster. Schnee! In den Breiten, in der die kleine, unbedeutende Straße im Westen Frankfurts liegt, kann man sich allerdings nie sicher sein, ob es sich um in größerer Höhe produzierte Flocken oder um Industrieschnee handelt. Eine nähere Betrachtung fiel aus, der erste Kaffee war noch nicht getrunken …
„Gertrud“ hat auch in Frankfurt ihre ihre Spuren hinterlassen. Zur Kälte gab es viel Feuchtigkeit. Schnee und Eis waren die Folge. So kam es zu dem in Frankfurt seltenen Bild, dass auf weniger befahrenen Straßen selbst die Fahrspuren noch am späten Vormittag weiß waren.
Bei der Tonnenabfuhr der FES ist es am Donnerstag, dem 18. Januar 2024, im Stadtgebiet zu einigen witterungsbedingten Ausfällen und Verzögerungen gekommen. Einige Wohnstraßen waren nicht befahrbar, sodass Liegenschaften nicht angesteuert werden konnten. Auch Gehwege waren häufig nicht geräumt.
Alle ausgefallenen Leerungen sollen in Kürze nachgeholt werden.
Jene, die auf U-Bahnen und Straßenbahnen angewiesen sind, konnten sich ebenso auf die VGF verlassen wie jene, die wegen des Wetters umgestiegen waren. Denn: Der Betrieb der U-Bahnen und Straßenbahnen ist am 17. und 18. Januar kaum tangiert worden.
Bereits am 17.Januar war allerdings ein kurzer Abschnitt der Oberleitung am Gravensteiner Platz eingefroren. Als „Eiskratzer“ wurde ein älterer P-Wagen der VGF eingesetzt. Auch am 18. Januar gab es noch Ausfälle. Bahnen der U5 wurden durch eingefrorene Oberleitungen an der Fahrt vom Depot zu ihrer Einsatzstrecke gehindert.
Aufgrund des angekündigten Frosts bleibt der Palmengarten auch am Freitag, dem .19. Januar, geschlossen. „Der schneebedeckte Garten hat zwar seinen Reiz, birgt aber auch einige Gefahren“, sagte Palmengarten-Direktorin Katja Heubach. „Wir bitten daher um Verständnis, dass der Garten vorerst nicht für den Publikumsverkehr geöffnet wird. Die Sicherheit unserer Besucherinnen und Besucher geht vor.“
Kalt sieht es aus im Osten von Unterliederbach. Dazu ist es wirklich selten, dass bei Schneefall am späten Vormittag Autos noch keine Spuren auf der Fahrbahn der kleinen, unbedeutenden Straße im Westen von Frankfurt am Main hinterlassen haben.
Zwischenzeitlich hat die Fahrbahn ihre gewohnte Farbe angenommen und auf den Dächern lichtet sich der Schnee. Die Fußwege in der kleinen, unbedeutenden Straße im Westen Frankfurts sind allerdings immer noch nicht geräumt.
Dafür gibt es auf der Wiese Spuren, die entstehen, wenn Kinder einen Schneemann bauen wollen.