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Frankfurter Stadtradeln ab 1. Mai

Von Montag, dem 1. Mai, bis Sonntag, dem 21. Mai, läuft auch 2023 in Frankfurt am Main wieder die jährliche, internationale Klima-Bündnis-Kampagne Stadtradeln. 21 Tage lang Rad- statt Autofahren und dabei so viele Kilometer wie möglich sammeln und dadurch klimaschädliches CO2 vermeiden: Das ist das Ziel der Kampagne.

Laut Erhebung des Umweltbundesamtes entstanden 2022 etwa 146 Millionen Tonnen der klimaschädlichen Kohlendioxid-Emissionen in Deutschland durch den motorisierten Verkehr. 19 Prozent davon entfielen auf den innerörtlichen Pkw-Verkehr, also rund 28 Millionen Tonnen. Wenn ein Fünftel dieser Strecken mit dem Fahrrad statt mit dem Auto gefahren würde, ließen sich etwa 5,5 Millionen Tonnen CO2 vermeiden. Im Jahr 2022 wurden während der drei Wochen Stadtradeln von 259 Teams rund 821.000 Kilometer gesammelt und so allein in Frankfurt am Main 126 Tonnen CO2 vermieden. Dies entspricht dem durchschnittlichen Jahresausstoß von rund 60 Pkw.

Neben dem Klimaschutz geht es beim Stadtradeln natürlich vor allem auch darum, Spaß zu haben und das Glück auf zwei Rädern selbst zu erfahren. Möglichst viele Menschen sollen so für den Umstieg auf das Fahrrad im Alltag begeistert werden. Mitmachen können alle, die in Frankfurt leben, arbeiten, zur Schule gehen oder studieren. Anmelden können sich interessierte Radlerinnen und Radfahrer online unter stadtradeln.de.

Da sowohl Radförderung als auch Klimaschutz Teamsache sind, schließen sich die Radelnden beim Stadtradeln auf einer Plattform in Teams von mindestens zwei Personen zusammen ‒ etwa aus den Stadtteilen, von Firmen, Vereinen oder auch Schulklassen. Nach Abschluss der Kampagne prämiert die Stadt Frankfurt während einer Preisverleihung die Gewinnerinnen und Gewinner in den verschiedenen Kategorien: Preise gibt es für besonders engagierte Teams, Teamkapitäninnen oder -kapitäne, Schulen und für die Person, die die meisten Kilometer gesammelt hat.

In diesem Jahr findet Stadtradeln in Kooperation mit der internationalen Fahrradmesse Eurobike statt. Die Messe ist vom 21. bis 23. Juni für das Fachpublikum geöffnet. Am 24. und 25. Juni finden die Festivaldays für Privatbesucherinnen und -besucher statt. Dort wird auch die Preisverleihung stattfinden. Für die Gewinnerinnen und Gewinner in allen Kategorien werden Eintrittskarten zur Messe vergeben.

Auch über den Kampagnenzeitraum hinaus soll Stadtradeln das Fahrradfahren in Frankfurt stärken. Da für den Radverkehr bisher kaum räumliche Verkehrsdaten vorliegen, werden während der dreiwöchigen Kampagne Daten zum Radverkehr über die Stadtradeln-App gesammelt und allen hessischen Teilnehmerkommunen zur Verfügung gestellt. Diese Informationen sollen die Planung und den Ausbau der Radverkehrsinfrastruktur vor Ort unterstützen. Während des Kampagnenzeitraums und auch darüber hinaus betreibt das Radfahrbüro für alle Bürgerinnen und Bürger die Meldeplattform Radverkehr. Mit diesem Tool haben Radelnde die Möglichkeit, auf störende und gefährliche Stellen im Radwegeverlauf aufmerksam zu machen. (Quelle: Stadt Frankfurt am Main)

Niddawehre werden abgesenkt

Natur nah gestaltetes Wehr in Frankfurt am Main Höchst, Nidda
Streichwehr an der Nidda. Die Klappenwehre an der Nidda in Frankfurt am Main sollen entsprechend umgestaltet werden.

Schon seit 2011 werden jeweils im Frühjahr und im Herbst eines jeden Jahres die Klappen der noch nicht umgebauten Niddawehre heruntergefahren, sodass Fische wie Meerforelle, Barbe, Nase und Döbel die Wehre passieren können und ihre Laichgründe zum Beispiel im Eschbach und im Erlenbach hindernisfrei erreichen. Damit unterstützt die Stadt Frankfurt nachhaltig Wiederansiedlungsprojekte bedrohter und seltener Fischarten.

Das Nasenprojekt zur Wiederansiedlung dieses Fisches ist inzwischen schon über 30 Jahre alt. Die Fische können bei ihrer Wanderung das bereits umgebaute Höchster Wehr noch passieren. Flussaufwärts aber sind die Klappenwehre in Sossenheim, Hausen, Praunheim und Eschersheim eine unüberwindliche Barriere. Die Wehrklappen werden daher zweimal im Jahr gelegt.

In Absprache mit der Unteren Naturschutzbehörde, der Oberen Fischereibehörde und den Projektbeteiligten geschieht dies nun ab Mittwoch, dem 8. März. Nach zwölf Tagen werden die Wehrklappen wieder gestellt, die Nidda wird dann also wieder angestaut.
Informationen zu den Niddawehren und zur Wiederansiedlung von Meerforelle und Nase, finden sich unter stadtentwaesserung-frankfurt.de und unter ignidda.de. (Quelle: Stadt Frankfurt am Main)

Mainova senkt Preise für Strom und Gas

Zum 1. Juni senkt die Mainova die Preise für Erdgas und Strom in der Grundversorgung. Auch Kundinnen und Kunden mit Strom- oder Gas-Sonderverträgen profitieren von Preissenkungen.
Maßgeblich hierfür ist die positive Marktentwicklung und die Beschaffungsstrategie des Energieversorgers. Diese guten Nachrichten erreichen die Kundinnen und Kunden in den kommenden Wochen zudem per Brief oder E-Mail.

Es zählt zum Selbstverständnis der Mainova als verantwortungsvoll handelndes Unternehmen, Haushalte zu entlasten, sobald das möglich ist. Der Arbeitspreis im Basis-Tarif „Mainova Erdgas Classic“ beträgt zum 1. Juni 14,73 Cent je Kilowattstunde (kWh). Er verringert sich um 2,63 Cent/kWh (brutto) oder rund 15 Prozent. Damit liegt der Arbeitspreis nur noch knapp über der staatlichen Preisbremse von 12 Cent/kWh. Diese reduziert die individuellen Jahreskosten zusätzlich.

Strom wird billiger

Mainova senkt zum 1. Juni den Arbeitspreis im Tarif „Mainova Strom Classic“ zudem um 3,53 Cent/kWh auf 46,92 Cent/kWh (brutto). Das entspricht einer Senkung von knapp sieben Prozent. Zusätzlich wird die Kundschaft durch die staatliche Strom-Preisbremse je nach individuellem Verbrauch zusätzlich entlastet.

Weniger Verbrauch, mehr Wind und Kraftwerks-Verfügbarkeit

Maßgeblich für die aktuellen Entwicklungen an den Energiemärkten, von denen die Kundschaft in der Grundversorgung und auch Kundinnen und Kunden mit Sonderverträgen profitieren, sind im Wesentlichen drei Faktoren. Zum einen sank der Gasverbrauch aufgrund des milden Wetters und die Gasspeicher sind gut gefüllt. Zum anderen lässt sich Strom aufgrund der etwas niedrigeren Erdgaspreise derzeit wieder günstiger produzieren. Weiterhin exportiert Deutschland derzeit weniger Energie, da beispielsweise Frankreich stärker eigene Kraftwerke zur Stromerzeugung nutzt.

Energiesparen bleibt weiter sinnvoll

Mainova prüft im Zusammenhang mit der Preisentwicklung die Abschlagszahlungen der Kundinnen und Kunden automatisch und passt diese bei Bedarf an. Weiterhin hilft das Unternehmen aktiv, Energie und Kosten zu sparen und berät zudem Kundinnen und Kunden, die aufgrund der Marktentwicklungen in Zahlungsschwierigkeiten geraten oder vermittelt bei Bedarf an Beratungsstellen. Darüber hinaus bietet Mainova auf der Homepage eine Vielzahl einfach umsetzbarer Energiespar- und Effizienz-Tipps. Daneben befinden sich dort auch ausführliche und regelmäßig aktualisierte Informationen zur Entwicklung der Energiemärkte und Preise. (Quelle: Stadt Frankfurt am Main)

Brände bei der Abfallentsorgung

ffm. Bei einem Feuer in der Aktenvernichtungsanlage von FES im Osthafen ist am Freitag, 3. März, geringer Sachschaden entstanden. Aus noch ungeklärter Ursache entzündeten sich geschredderte Akten. Dank moderner Funkenlöschanlage und schneller Brandbekämpfung des Anlagenpersonals gelang es, die Ausbreitung des Feuers wirksam einzudämmen. Letzte Glutnester konnten durch die herbeigeeilte Feuerwehr gelöscht werden.

Lithium-Ionen-Akkus die Ursache?

Bereits am Dienstag, dem 28. Februar, hatte die Ladung eines Abfallsammelfahrzeugs der Restmülltour in Seckbach Feuer gefangen, das mit Hilfe der örtlichen Brandwache schnell gelöscht werden konnte. Sachschaden entstand nicht, es kam zu Verzögerungen im Betriebsablauf. Immer wieder brennt es in den vergangen Monaten in Frankfurter Entsorgungsanlagen von FES. Oft sind falsch entsorgte Lithium-Ionen-Akkus, die inzwischen auch in Glückwunschkarten, Kinderbüchern oder Schuhen verbaut sind, der Auslöser. (Quelle: Stadt Frankfurt am Main)

Frankfurt hält Gebühren stabil

Trotz der stark gestiegenen Preise infolge von Corona-Pandemie und Ukraine-Krieg werden die Gebühren für Abfallentsorgung und Straßenreinigung 2023 nicht erhöht

Der Magistrat hat im Oktober die neue Straßenreinigungssatzung und die neue Abfallgebührensatzung verabschiedet. Dabei ist für Klima- und Umweltdezernentin Rosemarie Heilig eine Botschaft zentral: „Wir halten die Gebühren für Straßenreinigung und Abfall auch 2023 stabil. Damit ersparen wir den Bürgerinnen und Bürgern, die ohnehin schon unter steigenden Preisen in allen Lebensbereichen leiden, zusätzliche Belastungen.“

Lieferkettenprobleme aufgrund der Corona-Pandemie und vor allem die stark gestiegenen Energiekosten treiben auch in der Entsorgungsbranche die Kosten in die Höhe. „In einzelnen Bereichen haben die Preissteigerungen bei über 18 Prozent gelegen“, erklärt Heilig. „Glücklicherweise haben wir Rücklagen, auf die wir jetzt zurückgreifen können, um die aktuellen Preise zu garantieren.“

Die Höhe der Müllgebühren können die Frankfurterinnen und Frankfurter selbst positiv beeinflussen. Landen Wertstoffe – insbesondere Bioabfall, Papier und Verpackungen – in der Restmülltonne, müssen sie teuer verbrannt werden. Würden sie dagegen konsequent getrennt, entstehen weniger Kosten beim Entsorger und damit bei den Kundinnen und Kunden, sagte Heilig. Auch in der Straßenreinigung helfe eine fachgerechte Entsorgung, Kosten zu sparen: „Je weniger Müll auf der Straße landet, desto weniger muss die FES reinigen. Dadurch fallen auch die Straßenreinigungsgebühren geringer aus.“

Die Stadt unternimmt selbst Anstrengungen, um eine bessere Trennung der Wertstoffe zu erreichen. Zu Beginn des Jahres wurde der Maßnahmenplan „Zero Waste City“ beschlossen. In diesem Zusammenhang wurde vor wenigen Wochen das Zero Waste Lab ins Leben gerufen. Damit sollen Ideen und Projekte aus der Stadtgesellschaft zur Müllvermeidung gefördert werden. Weitere Informationen finden sich unter zerowaste-lab.de/idee.

Wie die Preisentwicklung bis 2024 weitergehen wird, kann nicht seriös prognostiziert werden, da dies stark von der internationalen Lage abhängt. Daher wurden die Gebühren, anders als in der Vergangenheit, ausnahmsweise nur für ein Jahr kalkuliert.

Im November soll die Stadtverordnetenversammlung Abfallgebührensatzung und Straßenreinigungssatzung beschließen. (Quelle: Stadt Frankfurt am Main)

Der Römer in Frankfurt am Main: Name und Funktion

Frankfurt am Main, Römer: Hier zieht am 01. Juli 2012 Peter Feldmann als neuer Oberbürgermeister ein.
Der Frankfurter Römer im Jahr 2012

Vor 700 Jahren wurde der Römer erstmals urkundlich erwähnt: Auf den Spuren der Geschichte des Frankfurter Rathauses.

Im Sommer 1619 überschlugen sich in Böhmen die Ereignisse, sodass es dem Habsburger Ferdinand II. nicht schnell genug gehen konnte, nach Frankfurt zu reisen, um sich dort am 9. September (einstimmig) zum Kaiser des Heiligen Römischen Reiches wählen zu lassen. Denn Ferdinands Krönung im Kaiserdom und die anschließenden Feierlichkeiten im Frankfurter Römer erlaubten es dem frisch ernannten Kaiser, seinen protestantischen Widersacher Friedrich V. zu entmachten, den die Böhmischen Stände zuvor eigenmächtig zum König von Böhmen ernannt hatten. Während Ferdinands Schachzug als finaler Auslöser des Dreißigjährigen Krieges in die Geschichte einging, blieb Friedrich V. nur eine historische Nebenrolle und wegen dessen kurzer Regentschaft der Beiname Winterkönig.

„Diese kurze Episode belegt die Jahrhunderte währende herausragende Rolle Frankfurts und des Römers im paneuropäischen Königspoker um Macht und territorialen Einfluss“, fasst Oberbürgermeister Peter Feldmann zusammen. Doch wie kam das Frankfurter Rathaus zu seinem Namen und seiner herausragenden historischen Bedeutung? Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, muss man sich vor Augen führen, dass bis ins 14. Jahrhundert Rathaus und Marktplatz nicht am Römerberg lagen, sondern auf der einstigen Main-Halbinsel, auf der heute der Kaiserdom St. Bartholomäus thront.

Noch bevor das Gebäude zum Rathaus wurde, wurde „der Römer“ vor 700 Jahren erstmals urkundlich erwähnt. So weist eine Urkunde des Frankfurter Schöffengerichts vom 30. September 1322 den Frankfurter Bürger Wigel Frosch vor 700 Jahren als Besitzer der Häuser Zum Römer und Zum Goldenen Frosch (später Goldener Schwan) aus. Sollte, so steht in der Urkunde, Wigel Frosch sterben, bevor er mit seiner Frau Gisela von Wanebach Nachwuchs zeuge, so falle der Grundbesitz Gisela von Wanebach zu. So kam es schließlich auch.

Wenig später, im Jahr 1329, gestattete Kaiser Ludwig IV. (der Bayer) der Frankfurter Bürgerschaft, das baufällig gewordene und allmählich für die Verwaltung einer auf 10.000 Einwohner gewachsene Stadt zu klein gewordene Rathaus durch einen Neubau an anderer Stelle zu ersetzen. Da Frankfurt schon seit der Mitte des 12. Jahrhunderts der bevorzugte und seit der Goldenen Bulle von 1356 auch der reichsrechtlich vorgeschriebene Wahlort der römisch-deutschen Könige war, sollte hierfür eine repräsentative Wahlkirche errichtet werden. Man begann also im 13. Jahrhundert mit dem Umbau der alten karolingischen Bartholomäuskirche in gotischen Formen – es entstand der Kaiserdom. Für das ursprüngliche Rathaus der Stadt Frankfurt war somit kein Platz mehr.

Ein Neubau in direkter Nachbarschaft, dem von wohlhabenden Händlern mit repräsentativen Bauwerken bebauten Römerberg, sollte das Problem lösen. Doch zunächst war mal wieder das Geld knapp, später verhinderten die Folgen des Magdalenenhochwassers von 1342 die Umzugspläne, weshalb erst 1401 Baumaterial an den Römerberg geschafft werden konnte.

Seit Jahrhunderten das erste Haus am Platz.

Zeitgleich verhandelte die Stadt jedoch mit den Besitzern zweier Gebäude, dem eingangs erwähnten Haus zum Römer, sowie dem Goldenen Schwan. Die Gebrüder Konz und Heinz zum Römer sowie die Witwe Hensel zum Römer verkauften das Ensemble anno 1405 für insgesamt 800 Gulden sowie moderate Leibrenten – sind sie also die wahren Namenspaten des Frankfurter Römers, den der Frankfurter Rat nach erfolgtem Erwerb zum Rathaus um- und ausbauen ließ?

Wie Michael Matthäus, Leiter der Alten Abteilung im Institut für Stadtgeschichte (ISG), erklärt, gibt es mehrere Theorien, wie das Frankfurter Rathaus zu seinem markanten Namen kam: „Am unwahrscheinlichsten scheint es, dass im 14. Jahrhundert noch eine Erinnerung an den Militärposten bestand, den die Römer im zweiten Jahrhundert auf dem Domhügel errichtet haben. Häufig hört man, dass der Hausname von den italienischen Kaufleuten herrühre, die die Frankfurter Messen besuchten.“

Glaubhafter erscheint Matthäus jedoch die Erklärung von Prof. Johannes Fried: Weil das Haus zum Römer das größte und komfortabelste Steinhaus in Frankfurt war, haben hier wahrscheinlich die deutschen Könige logiert, wenn sie die Stadt besuchten. Deren Titel lautete ja: König der Römer, da nur diese das recht hatten, in Rom vom Papst zum Kaiser gekrönt zu werden. Seit jeher diente der Römer den Frankfurtern nicht nur als Rathaus, er war Kaufhaus, Königshaus, Gerichtssitz und Verwaltungszentrum in einem. Zu Messezeiten befanden sich im Erdgeschoss die Stände der Goldschmiede und Juweliere.

Steter Platzmangel lässt den Römer wachsen

Doch schon kurz nach Bezug der Räumlichkeiten auf dem Römerberg stellte sich heraus, dass auch das neue Frankfurter Rathaus der Vielzahl an Repräsentations- und Verwaltungsaufgaben nicht immer gewachsen war. Allein von 1388 bis 1437 fanden 56 Hof- und Reichstage in Frankfurt statt, die in der Regel im großen Saal des Römers abgehalten wurden. Nach seiner Umnutzung zum Rathaus konnte der Römer nicht mehr als Quartier für den König dienen. „Deshalb logierte 1411 der gerade gekrönte König Sigismund im Haus Löwenstein, während seine Frau im Haus Laderam untergebracht war. Zwischen diesen beiden Häusern stand jedoch der Römer. Deshalb bat der König den Rat um zwei Türdurchbrüche vom Löwenstein in den Römer und vom Römer in Laderam, damit die Eheleute sich leichter besuchen konnten. Der Rat lehnte dies jedoch mit der Begründung ab, dadurch würden das Messegeschäft und die Stadtsiegel gefährdet“, berichtet Michael Matthäus vom ISG.

Mit dem steten Wachstum der Stadtbevölkerung benötigte auch die Stadtverwaltung immer mehr Raum. Zwar waren aufwändige Krönungszeremonien und Feierlichkeiten inzwischen nicht mehr an der Tagesordnung. Auch das Messegeschäft hatte sich mit den Jahren über das Stadtgebiet verteilt. Doch die administrativen Aufgaben der Stadtverwaltung zwangen die Hausherren des Römers wieder einmal zur Expansion: So wurden 1878 die an die Liegenschaft Zum Römer/Goldener Schwan angrenzenden Häuser Alten-Limpurg und Silberberg erworben – und somit war „der Römer“ geschaffen, wie wir ihn heute kennen.

Übrigens hätte auch die Nationalversammlung von 1848/49 nach dem Willen des Frankfurter Senats im Römer tagen sollen. Schnell war aber klar, dass das Gebäude nicht geeignet ist, um den mehr als 600 Abgeordneten genug Platz zu bieten. „Deshalb wurde die benachbarte Paulskirche zur Verfügung gestellt“, erläutert Michael Matthäus und verweist auf das für 2023 geplante 175-jährige Jubiläum der Nationalversammlung in der Paulskirche, deren Ziele Freiheit und die nationale Einheit waren.

Massive Kriegsschäden hinterließen ihre Spuren

Das im Zweiten Weltkrieg durch Fliegerbomben schwer beschädigte Ensemble trägt bis heute den Beinamen „Zu den drei Römern“ und weist im Innern einen teils obskuren Stilmix diverser Architekturepochen auf. „Eine meiner liebsten Anekdoten über unser Rathaus handelt von der ersten Buchmesse nach dem Zweiten Weltkrieg. Diese fand 1949 in den von Bombenschäden noch immer gezeichneten Römerhallen statt – woraufhin einige Verleger wegen der zugigen Atmosphäre spöttisch von Rheumahallen sprachen“, entsinnt sich das Frankfurter Stadtoberhaupt.

Bis heute tragen sich Staatsgäste und Honoratioren aus aller Welt sowie Größen aus Wirtschaft und Sport bei ihrem Besuch im Römer traditionell ins Goldene Buch der Stadt ein. Doch auch Trauwillige und Touristen sind regelmäßig zu Gast im über 700 Jahre alten Gebäudekomplex, der nicht nur repräsentative Funktionen erfüllt, sondern auch hunderten städtischen Angestellten als Arbeitsplatz dient. „Wer sich für Tradition und Geschichte des bürgerschaftlichen Engagements in dieser Stadt interessiert, der kommt an unserem Rathaus nicht vorbei. Schon im ausgehenden Hochmittelalter waren es umtriebige Kaufleute, die entscheidend in die Geschicke dieser Stadt eingriffen“, sagt Oberbürgermeister Feldmann. Diese merkantile und bürgerschaftliche Tradition prägt die Stadt am Main seit jeher – und ihr Abbild und steinerner Zeuge ist bis heute der Römer. „Der Römer ist zu einem Symbol für die Demokratie geworden“, so Feldmann. „Dies wird auch beim anstehenden 175-jährigen Paulskirchen-Jubiläum eine zentrale Rolle spielen.“ (Quelle: Stadt Frankfurt am Main)